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   u.a. Projekt "Klingebiel-Zelle"
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Entwicklung und Konzepte:

Seit rund 50 Jahren arbeite ich an Zeichnungen und Malerei und übe dies seit 2008 nebenberuflich aus. Vorläufer waren medizinische Illustrationen 1966-1970, die erstmals ab Februar 2017 in Erlangen gezeigt werden. Neben Zeichnungen 1968-1974, die dem phantastischen Realismus nahe stehen, arbeite ich seit 1968 an Figurationen, Gestalten und Szenerien. Im Sinne eines "ungegenständlichen Phantasmus" knüpfe ich seit 1968 an WOLS und das deutsche Informel an.
Ich arbeite auf Papier mit Aquarell, Tusche, Gouache,
Mischtechniken und Collagen.
Erweiterungen führen zu Objektkunst und Aktionen:


In meinem Löschpapierprojekt verwende ich seit 2011 benutzte, von Tintenspuren gezeichnete Streifen Löschpapier, wie sie hier und da noch auf Löschwiegen oder früher auf Löschrollern verwandt wurden. Wer mit Tinte schrieb, löschte diese auf dem Papier ab.
Die eigene Zufallsästhetik der Fundstücke lasse ich in Collagen oder Objektplastiken sprechen, umgebe die Stücke aber mit eigenen ungegenständlichen Bildelementen.Die Stücke stammen aus meiner eigenen Sprechstunde, von Freunden, offiziellen Schreibtischen oder aus dem Internet / vom Flohmarkt. Sie haben eine eigene verborgene Entstehungsgeschichte, beispielsweise aus familiären Zusammenhängen, eine Entdeckungsgeschichte und sie durchlaufen eine bildnerische Transformation, bis sie in einem "second life" ihre Geschichten neu erzählen können.



Das Projekt bindet Menschen ein, die mir solche Löschpapiere geben. Ich nenne ihre Namen öffentlich nicht. Zum Projekt gehören eine Fotodokumentation und gelegentlich kleine Aktionen zum Mitmachen. Ein Beispiel:

Offenes Goldenes Buch Wunstorf Bericht 2016-8-5.pdf


Eine weitere Aktion fand am 10.2.2017 bei der Abschiedsvorlesung von Prof. Dr. Winfried Neuhuber im Anatomie-Institut in Erlangen statt. Rund 200 Anwesende schrieben sich in ein Gästebuch ein, ihre mit Tinte geschriebenen Unterschriften hinterließen ihre Spuren in einem Löschpapierstreifen, der nun eine eigene systematische Zufallsästhetik zeigt. Ein Bericht ist in Vorbereitung.

Ich freue mich über Ihre Fundstücke, nehmen Sie gern Kontakt auf !

   In meinem Projekt "ROTE LISTE" gestalte ich
   aus den gleichnamigen Pharmaverzeichnissen
   neue Buchobjekte. Ich verwende die Einbände
   ohne die Innenseiten und gestalte diese mit
   Malerei, Zeichnung, Collage, Objekten aus.
   Diese Serie thematisiert Medizin und Artenschutz.
   Sie variiert und zitiert weitere Stilrichtungen und geht
   zu Objektplastiken und Rauminstallationen über.
   Die Bilderstrecke zur Erlranger Ausstellung zeigt
   aktuelle Beispiele.  


Einzelausstellungen

6 / 1968    Haus Villigst, Schwerte
1 / 1969    Galerie Töpferscheibe, Nürnberg
7 / 1970    Galerie Libresso, Hamburg
1 / 1974    Produkt Galerie, Hamburg
5 / 2008    Ärztehaus Hannover  
8 / 2009    Stadtkirche Wunstorf
5 / 2011     Ev. Akademie Loccum
11 / 2013   Kassenärztliche Bundesvereinigung, Berlin
5 / 2014    Tagungszentrum der Ev. Kirche von Westfalen Haus Villigst
9 / 2014    Bildungs- und Tagungszentrum HVHS Springe
5 / 2016    Ehemalige Synagoge, Ahrweiler

13.2.-24.3.2017   Anatomisches Institut, Universitätsklinikum Erlangen;
                         pictor doctus - Fünf Jahrzehnte Zeichnung und Malerei
https://www.anatomie1.med.fau.eu/pictor-doctus/


Bilderstrecke Erlangen 2017-2-10

 

Ab 1.10.2017     in Vorbereitung: Künstlerhaus KUNO Nordstemmen

Ausstellungsbeteiligungen

11 / 1969        Jahresschau Bergischer Künstler, Wuppertal
12 / 1970        Jahresschau Bergischer Künstler, Wuppertal
11 / 2011        Titelbildwettbewerb Psychiatrische Praxis, Thieme-Verlag,
                             DGPPN-Kongress Berlin und Folgeausstellungen seit 2012
9 / 2013         MHH Kunstforum Hannover mit Martina Rick
2 / 2015         Galerie Intermezzo, Kunstverein Barsinghausen
3 / 2015         Kunstscheune Steinhude - mit Marga Falkenhagen                   
4 / 2015         Asklepios Fachklinikum Göttingen - mit Martina Rick
7 / 2015         Forum Stadtkirche Wunstorf: Kunst im Turm - "gewachsen"
1 / 2016         Jahresgaben Kunstverein Neustadt / Rbg.

26.4.-29.7.2017 In Vorbereitung: Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Bibliothek Hannover - "Schriftenlese"
                     - mit Hans Burkardt (Kalligrafie) - siehe
                     http://www.nlb-hannover.de/veranstaltungen/

Öffentlich

8 / 2001         Mahnmal und Gedenktafel zur Erinnerung an die aus der Heil- und Pflegeanstalt
                     in der NS-Psychiatrie deportierten Patientinnen und Patienten. Krankenhauspark
                     des Landeskrankenhauses, heute KRH Psychiatrie Wunstorf.
seit 11 / 2015  Arthothek, Kunstverein Neustadt / Rbg.
                     http://www.kunstverein-neustadt.de/artothek/
6 / 2016         Performance mit Löschpapier: "Offenes Goldenes Buch", Stadt Wunstorf.

Publikationen, Berichte und Internetpräsenz

Andreas Spengler, 2015, Als Arzt und Künstler im Dialog mit Patienten und Werken,
In: Otto Neumaier (Hg.): Grenzgänge zwischen Wissenschaft und Kunst.
Wien - Berlin - Münster, LIT Verlag, Seiten 69-80
(Österreichische Forschungsgemeinschaft ÖFG,
AG Wissenschaft und Kunst: Wien, 17.11.2013)

Psychiatrische Praxis 2015: 42 Titelbild "18-09" - Kurzbericht S. 50

NeuroTransmitter 19, Oktober 2008  Seiten 86-88  ISSN 1436-123X 

NeuroTransmitter 10-2008


Medizin + Kunst  20, IV.Quartal 2008,S.20, Dr.Schilke Med.Verlag  B13288   


Medizin+Kunst 10-2008



Neuerscheinung

Unter dem Titel pictor doctus - Fünf Jahrzehnte Zeichnung und Malerei erscheint im Februar 2017 ein Bildband über meine Arbeit seit 1966 mit ausgewählten Kapiteln. Erstmals sind medizinische Illustrationen aus frühen Studienjahren zu sehen. Die Retrospektive umfasst frühe Aquarelle nach 1968 bis zu jüngeren Werken, darunter einige Löschpapierarbeiten und Rote Listen.
Prof. Dr. W. Neuhuber, Anatomisches Institut Erlangen, steuert einen Text über Kunst und Anatomie bei und ordnet meine Arbeit ein. Ich gebe das Buch unter der ISBN 978-3-00-055610-4 im Selbstverlag heraus. (Hardcover, 64 Seiten, nummerierte limitierte Auflage 450.)


Nähere Informationen bitte ich per email anzufordern, siehe Startseite "Kleingedrucktes".

Bericht HAZ (Wunstorf) 8.2.2017: http://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Region/Wunstorf/Nachrichten/Maler-und-Psychiater-Andreas-Spengler-aus-Luthe-gibt-Autobiografie-heraus 

Datenbank Kulturserver: http://kulturserver.de/-/kulturschaffende/detail/69786


Eigene Arbeiten

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Anatomische Illustrationen,
Buntstift, Tinte, um 1967

Objektplastik mit Löschpapier (2015)  

Buchobjekt
aus dem Projekt "Rote Listen"

 Collage mit Löschkärtchen, 2016


5-10   Gouache-Mischtechnik 2010

   "Stadt" 
   Aquarell (1968) 
   Rathaus Stadt Wunstorf

"struggle for life and life is fun"
Federzeichnung
(1969)

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Psychiatrische Kunstgeschichte: Publizistik und Ausstellungsmanagement

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2009-2010 "Elementarkräfte - Schaffen und Werk psychiatrieerfahrener Künstler über 100 Jahre"

Die Ausstellung wurde m Namen des Bündnisses gegen Depression in der Region Hannover 
mit Prof. Siegfried Neuenhausen und Lothar Schlieckau sowie Kulturbüro Hannover
vom 25.4.bis 30.5.2010 in der Städtischen Galerie KUBUS, Hannover durchgeführt und
durch ein Veranstaltungsprogramm ergänzt.

Katalog: Andreas Spengler, Siegfried Neuenhausen, Lothar Schlieckau, Kulturbüro der Landeshauptstadt Hannover (Hg.)
Elementarkräfte - Schaffen und Werk psychiatrieerfahrener Künstler über 100 Jahre. Psychiatrie-Verlag Bonn, 2010, ISBN 978-3-88414-599-9 http://www.elementarkraefte.de   

2012 Mitwirkung bei der Organisation der Ausstellung "VerrücktinForm", 6.7.-31.7.2012 im Ärztehaus Hannover - gleichnamiger Katalog mit Aufsatz zum Thema (Pressestelle der Ärztekammer Niedersachsen)

2009 - 2016 Projekt Julius Klingebiel (1904-1965)

Mit meinen Kollegen Dr. Koller in Göttingen und Dr. Hesse in Moringen
engagiere ich mich, um das Leben und das Werk des Psychiatriepatienten
Julius Klingebiel aufzuarbeiten. Der 1939 akut psychisch erkrankte Schlosser
und Wehrmachtsangehörige wurde polizeilich über Langenhagen in die Provinzial-Heil-
und Pflegeanstalt Wunstorf verlegt. Er wurde 1940 durch eine Zwangssterilisierung
Opfer der NS-Psychiatrie und für die Tötungsaktionen gemeldet. Er überlebte aber
nach einer Verlegung in das Landesverwahrungshaus Göttingen. Nach dem Kriege
blieb er geschlossen untergebracht, ohne daß dies je richterlich genehmigt worden
wäre, auch als diese Genehmigung längst gesetzlich vorgeschrieben war.
1951-1963 malte er seine Zelle 117 vollständig aus und schuf ein komplexes
Kunstwerk, das heute der sog. Außenseiterkunst zugerechnet wird und in der
Kunstwelt als solitäres Zeugnis aus der Nachkriegszeit gilt, welches international
kaum Vergleichbares findet.

Projektträger ist der Förderverein Sozialpsychiatrie Moringen e.V. (Vors. Dr. D. Hesse).
Wir engagieren uns für den Erhalt und die dauerhafte öffentliche Präsentation der Malerei und bieten hierzu weitere Informationen an unter http://www.julius-klingebiel.de.
Dort geben wir einen Überblick über Hintergründe, Publikationen, Medienreaktionen, Ausstellungen und aktuelle Veranstaltungen. Die Seite ist im August 2016 neu gestaltet und durch eine englische Kurzfassung ergänzt worden.

Buchpublikation:
Spengler, A., M. Koller, D. Hesse (Hg.) (2013): Die Klingebiel-Zelle. Leben und künstlerisches Schaffen eines Psychiatriepatienten. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen. 

Ausstellungen und Begleitdokumentationen:
2013 Asklepios Fachklinikum Göttingen
2013 Sammlung Prinzhorn, Heidelberg i.R.d. Magnum Fotofestivals
2014 Kleisthaus, Berlin - Katalog:
http://www.julius-klingebiel.de/http://http://www.behindertenbeauftragte.de/DE/Kultur/Veranstaltungen/Veranstaltung_mit_Anmeldung/20141015_Klingebiel.html 
2014 DGPPN-Kongress, Berlin
2015 Museum Gugging bei Wien
10-12 / 2015 Sprengelmuseum Hannover, Symposion am 15.11.2016
1-5 / 2016  Asklepios Fachklinikum Göttingen und Universität Göttingen
5 / 2016    Universität Göttingen, 150 Jahre Universitätspsychiatrie
6-8 / 2016  Kulturambulanz Klinikum Bremen Ost
9-10 / 2016 Forum Stadtkirche Wunstorf.
Katalog: http://www.forum-stadtkirche.de/FreiheitsRaaeumeAusstellungskatalog.pdf
In Vorbereitung: 5 / 2017 Atelier Goldstein, Frankfurt am Main.


Fernsehfilm NDR: "Ausbruch in die Kunst. Die Zelle des Julius Klingebiel"
Szenische Dokumentation. Autorin: Antje Schmidt. Erstausstrahlung 14.6.2015
Wiederholung 3sat im Januar 2016.


Fotoimpression
:
Naturalistischer Eindruck beim Betreten
der Klingebiel-Zelle  (c) Andreas Spengler 2013